Donnerstag, 15. August 2013

Ein Weg über das Dach der Welt



Nach einem Dawson City-Kurztripp, wir sind nach wie vor keine Mitglieder des Sourtoe-Clubs, konnten wir anschliessend den Top of the World Highway (offen von Mitte Mai bis Mitte September) bei wunderbarem Wetter geniessen. Der Highway führt ca. 130 km entlang einer Kammlinie mit weiten Ausblicken über die Unendlichkeit des menschenleeren Landes. Inmitten dieser Einsamkeit ist der Grenzübergang zu Alaska. Unser Zollbeamter ist streng, sehr streng. Bereits sein Äusseres macht unheimlich Eindruck. Der Schnauzer schaut grimmig, das Gewächs in seinem Gesicht macht den Zöllner älter als er ist. Die Prozedere mit Fingerabdrücken, Gesichtskontrolle, lassen wir brav und lächelnd über uns ergehen. Nach einem Scherzchen unsererseits bringt dann tatsächlich der strenge Beamte ein Lächeln über seine beharrten Lippen. Hübsch, hübsch. Wir haben nun unseren Stempel im Pass und können uns legal bis Ende Januar 2014 in den USA aufhalten. Geplant war eigentlich, bei einer alten Mine zu übernachten, diese ist jedoch spurlos verschwunden. Weggespült? Abgebaut? Wir wissen es nicht. Chicken hat sich entwickelt. Ursprünglich hiess das Dorf ja eigentlich Ptarmigan (Schneehuhn). Weil jedoch die Minenarbeiter das Wort nicht aussprechen konnten, nannten sie es kurzerhand in Chicken um. Das kleine Hühnerdörfchen ist zwar immer noch nett anzuschauen mit all den saisonalen Goldgräberinnen und Goldgräber, für eine Übernachtung bleiben wir dieses Mal jedoch nicht. An der Tetlin Junction biegen wir dann auf den Alaska Highway ab. Vom ersten Teil (Tok-Delta Junction) sind wir jedoch ziemlich enttäuscht. Durch einen Korridor führt der Highway endlos und ohne spektakuläre Sicht Richtung Delta Junction. Aufgrund Überflutung ist leider auch der Moon Lake State Park geschlossen. Okay, wir hätten unser Fahrzeug ohne weiteres direkt am See platzieren können. Das temporär aufgestellte Warnschild „Wildfire ahead“, kurz vor der Abzweigung in den Park, macht uns jedoch etwas unsicher, was unseren Standort für eine Übernachtung angeht. Auf dem Denali Highway sollten wir einen Tag später sehen, wie schnell sich ein solches Feuer ausbreiten kann.

Montag, 29. Juli 2013

DTH

Herzlichen Dank all jenen, die mir so nette Videos und Bildli vom Konzert geschickt haben. So wie es aussieht, habt ihr Campino in vollen Zügen genossen! Ich mag es euch gönnen. Am nächsten Konzert bin ich garantiert auch wieder mit dabei! Härzlechscht Conny

27. – 30. Juli 2013 - Sprachlos


Toms Lieblingsschild
Wir verlassen uns auf die Wettervorhersagen von Ralf, der ja nur bei schönem Wetter auf den Dempster will. Wir wollen das ebenso, nur bei schönem Wetter und sicher nicht bis ganz rauf. Die Tankstelle an der Dempster Abzweigung hat dicht gemacht, blöd, wenn die Touristen nicht wie üblich von Dawson City an die Kreuzung fahren. So bleibt uns nichts anderes übrigens, als 40 km zur nächsten Tankstelle in die City zu fahren. Das Wetter ist nicht wirklich toll. Ab und zu regnet es sogar. Im Tombstone PP spannen wir unser Regendach auf. Wir hoffen auf besseres Wetter. Leider verschlafen wir mal wieder. Aber so soll es sein, damit wir noch den zweiten Elch sehen. Am Tag zuvor hatten wir bereits endlich riesiges Glück, einen Elch zu beobachten. Natürlich, es sind Weibchen. Tom hat zwei Theorien, nämlich, die Jungs hätten ihre Geweihe demontiert, dass sie nicht dauernd fotografiert werden, seine zweite Erklärung, dass wir bisher keine Elchmännchen gesehen haben ist, dass es einfach keine mehr gibt, da die Kanadier bereits alle geschossen haben, um die Hauseingänge mit den Elchgeweihen zu verschönern. Item, wir fahren weiter auf dem Highway Number 5. Das Wetter ist sosolala, wir wussten bereits im Vorfeld, dass wir nicht nach Inuvik und auch nicht bis Eagle Plains fahren wollen. Etwa 50 Kilometer vor Eagle Plains drehen wir deshalb um und fahren die gleiche Strasse wieder runter. Was uns jetzt erwartet, hat keiner von uns gedacht. Ein fast wolkenloser Dempster (alle Bilder hier) erwartet uns. Einfach traumhaft und absolut unbeschreiblich. Am Two Moose Lake sehen wir zudem noch zwei weibliche Elche am Fressen. Der Sonnenuntergang und die Ogilvie Mountains bei prächtigstem Wetter lassen uns sprachlos werden. Wir verbringen den Abend, fernab von jeglicher Zivilisation auf einem riesigen Platz inmitten grandioser Wildnis, 360 Grad Freiheit um uns herum.
 
Zum Regentag gehört auch ein Schweizer Fondue!

26. Juli 2013 – die Strasse zum Gold

Diesen Teil des Klondike Highways (Fotos) haben wir bisher noch nicht gekannt. Unbewohntes Land, grosse Flüsse und Seen, riesige Fichtenwälder. Ursprüngliche Yukon-Landschaft, so haben auch die stampeders die Landschaft zu jener Zeit vorgefunden. Das Montague House war eines der fünf Rast –und Übernachtungshäuser entlang des Dawson Trails. Die 320 km lange Postkutschenreise dauerte damals knappe sechs Tage. Vor allem im Winter wurde diese Art der Fortbewegung genutzt. Nach Carmacks fällt der Blick auf die Five Finger Rapids. Durch diese engen Kanäle mitten im Yukon-River mussten auch die Dampfer. Ein Trail mit vielen, vielen Treppen führt bis zu einer grandiosen Plattform.
Unsere Fahrt geht weiter durch den Drunken forest. Der Highway ist von Schwarzfichten und Papierbirken gesäumt, diese beiden Baumarten wachsen in schlecht entwässerten Böden. Es herrscht Dauerfrost. Sobald die Erde auftaut, lehnen sich die Bäume in verschiedene Richtungen und machen den Anschein, „betrunken“ zu sein. In Stewart Crossing biegen wir auf den Silver Trail (Highway 11). In der Moose Calving Key Habitat Area hoffen wir natürlich, endlich einen riesigen Elchbullen zu Gesicht zu bekommen. In diesem Gebiet ist das Jagen untersagt, so dass die Elchmütter in Ruhe ihre Jungen aufziehen können. Prächtige Voraussetzungen also. Wie immer sehen wir jedoch keine Elche trotz später Stunde und prächtigem Wetter, dafür jagt uns das Schnauben eines Tieres (was immer es auch war, es war sehrrrrrrrrrrrr gross) unterhalb eines Steilhanges einen riesigen Schrecken ein.
Den Five Mile Lakes Campground liegt an einem wunderbaren See, wir treffen jedoch auf unsaubere Feuerstelle, einen kompletten Abfallsack können wir mit all den Überresten unserer Vorgänger füllen. Kein Wunder, dass die Behörden explizit darauf hinweisen, dass der Platz viel Besuch von Bären kriegt. Am Morgen lassen wir es gemütlich angehen, nachdem wir den Regen hören. Nach erneut 11 Stunden Schlaf krieche auch ich aus dem Bett. Tom ist bereits daran, den Brotteig zu machen, schliesslich wollen wir heute den Dutch oven ausprobieren. Bei strömenden Regen backt Tom ein herrliches Brot, welches wir nun mit einem Fondue geniessen. Juhui.

Whitehorse – eine Stadt in 24 Stunden entdecken

Nicht zu wunderbare Erinnerungen haben wir an die Stadt im Yukon. Okay, fairerweise muss man dazu sagen, dass wir damals der Stadt erst im Herbst einen Besuch abstatteten. Leer und einsam waren die Strassen, nur einige armselige Gestalten, gezeichnet von jahrelangem Alkoholmissbrauch, darunter viele Ureinwohner, lungerten herum und bettelten um Geld, damit sie ihre Identifikationsprobleme erneut in einem Schnaps ertränken konnten. Erstaunt sind wir deshalb umso mehr, dass sich die Stadt recht entwickelt hat. Die Broschüre aus dem Visitor Centre macht Werbung, wie die Stadt innert 24 Stunden erkundet werden kann. Unser Plan steht jedoch bereits fest. E-Mails checken, Kochrezepte downloaden, Preisvergleiche betreffend Pneus machen, Eltern skypen, ev. Blog aktualisieren, kurz mal mit Freunden whatsapplen… aber oje, der gut hergerichtete Campground verspricht in Sachen Wi-Fi wieder mal zu viel. Für all die erwähnten Aufgaben benötigen wir bereits ca. 4 Stunden. Da braucht das verwöhnte Schweizerlein viel Geduld und Ausdauer. Uns bleiben 18 Stunden, davon benötigen wir unsere 11 Stunden Schlaf, vor allem Faultier Conny, macht 7 Stunden. 2 Stunden S.S. Klondike-Besichtigung und der Rest der verbleibenden 5 Stunden verbringen wir damit, einen tollen, neuen Pneu zu kaufen, welcher 1 Stunde später fixfertig parat ist.  Eine weitere Stunde später spazieren wir, dank dem engagierten Ian mit dem richtigen Motorenöl aus dem Laden. 1 Stunde verbringen wir im Walmart, 1 Stunde im Coast Mountain Sports, von Michi empfohlen (by the way, wir haben den Dutch Oven und Ben’s, das ultimative Gift gegen Mücken) und zu guter Letzt müssen wir unseren Essens- und Trinkvorrat auffrischen, wobei der Kauf alkoholischer Getränke keinerlei Schwierigkeiten bereitet, obwohl die Menschen im Liquor Store Schlange stehen, dafür sind sämtliche Wassertanks und auch die Regale gähnend leer. Mit Glück finden wir jedoch noch 12 1.5-Liter-Flaschen. Ach ja, und die übrigen 2 Stunden haben wir mit netten Leuten geplaudert, natürlich haben wir erneut Ralf und Mervi  getroffen, die nun aber direkten Weges auf den Dempster wollen (Ralf meinte, dass das Wetter in den nächsten Tagen toll sein würde). Wir sind uns jedoch sicher, dass wir die beiden irgendwann auf unserer Reise erneut antreffen werden. Weiter haben wir Dieter und Astrid getroffen, mit den beiden blieb nur ein kurzes Schwätzchen, trotzdem wurden E-Mail-Adressen ausgetauscht, da die Sympathie stimmte.
Whitehorse, wir kommen noch einmal zurück. Vielleicht können wir ja dann deine Sehenswürdigkeiten in 24 Stunden erkunden, minus 2 Stunden S. S. Klondike, die wir ja bereits besichtigt haben. Dafür werden wir eventuell 2 Stunden in den 45 Grad heissen Takhini Hot Springs verbringen.

Montag, 22. Juli 2013 – Honeymoon Lake der besonderen Art

Atlin (siehe Fotos), manche lieben die Stadt, andere finden sie zum Kotzen. Atlin, eine Stadt am Ende der Strasse. Rund 200 km von der nächsten grossen Stadt entfernt. Der Blick auf den Atlin Lake und seine umliegenden Berge ist bei gutem Wetter irrsinnig, bei schlechtem Wetter liegt die Stadt grau und einsam am Rand der Welt. Obwohl uns Ralf und Mervi den Campingplatz mitten in Atlin empfohlen haben, steht für uns fest, dass wir an die Warm Springs fahren wollen. Die Quellen liegen ungefähr 25 km ausserhalb Atlin. Wir hoffen natürlich, dass wir die Warmwasserquelle ganz für uns alleine haben. Unser Wunsch geht in Erfüllung. Sofort stürzen wir ins 25 Grad warme Wasser. Bei einer Aussentemperatur von 10 Grad einfach herrlich. Natürlich besuchen noch etliche Leute den speziellen Ort. Als jedoch gegen 22 Uhr die letzte Gruppe junger Leute den Platz verlässt, hüpfe ich, wie ich erschaffen wurde ins Becken, um für ein aussergewöhnliches Naturfoto zu posieren. Die Aktion dauert nicht wirklich lange. Tom ruft mir plötzlich zu, dass er ein Auto höre. Nackt und tropfend verschwinde ich in unserem Häuschen, vor lauter Lachen kann ich kaum noch atmen. Tom muss den ganzen Abend immer wieder über die Situation schmunzeln, wenn er vom Sofa aufs Wasser schaut. Ich selber werde mich vorerst hüten, mich noch einmal in eine so brenzlige Situation zu begeben!

Dienstag, 23. Juli 2013

Samstag, 20. Juli 2013 - my Road calls me, lures me. West, east, south and north…

Inzwischen ist der Pneu geflickt und wir erleben das bisher heftigste Gewitter am Teslin Lake. Unsere Entscheidung, auf dem Alaska Highway Richtung Whitehorse ist uns nicht schwer gefallen, der reparierte Pneu hat nämlich über Nacht etwas Luft verloren. So können wir natürlich keine Risiken eingehen. Trotzdem machen wir den Abstecher Richtung Atlin, obwohl dieser erst bei unserer Rückreise geplant ist. Auf einer Rest Area, kurz nach Jacks Corner, treffen wir erneut auf Ralf und Mervi, die mit ihrem riesigen LKW-Camper um die Welt reisen. Die beiden haben das Auto mit uns in Hamburg verschifft. Ein wunderbares Käffchen in ihrem selbst ausgestatteten Camper und die Stunden vergehen wie im Flug.

For sale


Wer bei uns etwas zu verkaufen hat, hängt beispielsweise ein Inserat im Coop auf, verhöckert das Verkaufsobjekt in e-bay oder gibt ein Annonce in der Berner Zeitung auf. Nicht so in Kanada.


Hier stellt man das Verkaufsobjekt möglichst nahe an einen Highway, damit der Vorbeifahrende auf die am Strassenrand stehenden Objekte aufmerksam wird. Erstaunlich, welche alten Fahrzeuge hier vermutlich seit Jahren auf einen neuen Eigentümer warten. Aber die Chance, dass sie dennoch von einem Sammler erworben werden, erhöht sich natürlich erheblich, wenn sie nicht, wie vielfach üblich, einfach im Garten des Besitzers, welcher sich 40 km entfernt vom Highway befindet, vor sich her rosten. Besagter Garten ist überfüllt von Fahrzeugen jeglicher Art, je nach Alter des Besitzers natürlich. Wenn Letzterer also schon älteren Jahrgangs ist, gehen wir davon aus, dass dieser im Durchschnitt, bei Kanadas Strassenverhältnissen, ungefähr alle 5 Jahre ein taugliches Auto benötigt. Hinzu kommen noch sämtliche Rasenmäher, Traktore, Boote und weitere motorisierte Ungetüme, die den Garten zu einem richtigen Museum machen. Wer sich aber von all diesem Ballast befreien möchte, veranstaltet ein garage sale, welcher bereits Monate im Voraus an Tankstellen, in Einkaufsläden und in weiteren öffentlichen Gebäuden angekündigt wird.

Donnerstag, 18. Juli 2013 – ei einzegi Sekunde…



Unser Plan, den Robert Campell HW zu befahren, ist definitiv. Anschliessend wollen wir von Ross River aus die South Canol Road nach Johnson’s Crossing in der Nähe von Whitehorse fahren. Das Wetter ist gut, noch gut, die ersten ungefähr 50 Kilometer sind geterrt. Schon bald nach dem Übergang auf die Gravel Road steht fest, dass der HW in einem relativ schlechten Zustand ist. Tom jedoch strahlt und Nikan macht die Tour gut mit. Am Simpson Lake beschliessen wir weiter an den Frances Lake zu fahren. Plötzlich regnet es in Strömen. Sofort verändert sich auch die Strasse und wird zu einer schlammigen Angelegenheit. Auch das bereitet Nikan kein Problem. Tom ist konzentriert und umfährt die heftigen Löcher bis auf eines. Der Gesichtsausdruck in seinem Gesicht verheisst nichts Gutes. Und kurz darauf höre ich es… das hässlichste aller Geräusche…Wir haben jedoch keinen schleichenden Platten, sondern ein richtiges Loch im Reifen. Nur 2 Minuten später ist das Rad fast leer. Tom macht seine Sache gut, ich halte ihm, so gut ich kann die vielen Mücken vom Leib. Der Ranger, der kurz darauf anhält und lässig mit einer Kippe in den Mundwickeln fragt, ob alles okay ist, muss sich natürlich zuerst über alle technischen Details unseres Wagens erkundigen. Allerdings gibt er uns dann gute Tipps wegen dem Reifendruck. Tom war sich bereits nach dem Gespräch mit Michi nicht ganz sicher, ob unser Reifendruck wirklich nicht zu hoch ist. Als er nämlich Michi erzählte, dass wir 4.3 bar im Reifen hätten, verzog dieser ziemlich das Gesicht. Allerdings hat Tom vergessen, die entsprechende Umrechnung in psi zu machen. So waren nicht 4.3 bar im Pneu, sondern lediglich 3.4 bar, also 43 psi. Allerdings, so meint der Ranger, dass es viele gäbe, die einen Truck-Camper noch mehr pumpen, ganze 60 psi, was wiederum 4 bar ergibt.
Fazit: Die Pneu-Pump-Geschichte ist somit eine Wissenschaft für sich. Weiter rät uns der Ranger ab, mit einem kaputten Ersatzreifen nach Ross River zu fahren, die Distanz sei von hier nach Watson geringer. Ausserdem sei die Strasse von hier aus nach Ross in einem weit schlechteren Zustand als bis hierhin. Zusätzlich sei die Strasse zwischen Ross River und Carmacks wegen Waldbränden gesperrt. Als wir ihm dann noch von unserem Plan wegen der South Canol Road erzählen, winkt er ab und sagt, dass die Strasse noch schlechter sei. Besser also nach Watson fahren, was wir dann auch tun… am nächsten Tag. Den Abend verbringen wir am Simpson Lake und schlafen bei Wolfgeheule kuschelig ein.

Fotos Robert Campell Highway

Mittwoch, 17. Juli 2013 – die Reise geht weiter

Unsere Reise geht weiter, immer noch sind wir auf dem inzwischen vollständig geterrten Cassiar-Highway (Nr. 37), entlang des Highways hat ein riesiger Waldbrand gewütet, der jedoch unsere Lieblingspflanze, das Fireweed, besonders in Szene setzt. Diese Pflanze ist übrigens das Erste, was nach einem Waldbrand wieder wächst. Linkerhand haben wir heute erneut eine wunderbare Sicht auf die Cassiar Mountains. Herrlich. Bald treffen wir in Watson Lake ein. Unser erster Gang ist wie immer das Visitor Centre, die nette Angestellte gibt sich viel Mühe und packt, während wir uns einen interessanten Film über den Bau des Alaska-Highways anschauen, viel Material für uns zusammen. Der Spaziergang durch den Sign Post Forest (Schilderwald) ist ein Muss. Unser Schild ist noch in
Bearbeitung und wird dann erst auf der Rückfahrt vom Norden in den Süden montiert ;-). Zeitlich sind wir noch nicht dazu gekommen, unser Schild fertig zu erstellen. Wir haben halt so einen Stress ;-) In Watson Lake treffen wir auf Schweizer. Da sind einerseits die herzige Familie mit ihrem Sohn Liam aus Grindelwald und die drei Jungs aus Solothurn, bzw. Bern, die nicht davon zurückschraken, in Dawson City auf dem verfaulten Zehen aus dem Jahre 1929 herum zu knabbern. Eine Touristenattraktion der etwas schrägeren Sorte.

Montag, 22. Juli 2013

Montag, 22. Juli 2013 – Honeymoon Lake der besonderen Art

Atlin, manche lieben die Stadt, manche finden sie zum Kotzen. Atlin, eine Stadt am Ende der Strasse. Rund 200 km von der nächsten grossen Stadt entfernt. Der Blick auf den Atlin Lake und seine umliegenden Berge ist bei gutem Wetter irrsinnig, bei schlechtem Wetter liegt die Stadt grau und einsam am Rand der Welt. Obwohl uns Ralf und Mervi den Camping mitten in Atlin empfohlen haben, steht für uns fest, dass wir an die warm springs fahren wollen. Die Quellen liegen ungefähr 25 km ausserhalb Atlin. Wir hoffen natürlich, dass wir die Warmwasserquelle ganz für uns alleine haben. Unser Wunsch geht in Erfüllung. Sofort stürzen wir uns ins 25 Grad warme Wasser. Bei einer Aussentemperatur von 10 Grad einfach herrlich. Natürlich besuchen noch etliche Leute den speziellen Ort. Als jedoch gegen 22 Uhr die letzte Gruppe junger Leute den Platz verlässt, hüpfe ich, wie Gott mich erschaffen hat, ins Becken, um für ein aussergewöhnliches Naturfoto zu posieren. Die Aktion dauert nicht wirklich lange. Tom ruft mir plötzlich zu, dass er ein Auto höre. Nackt und tropfend verschwinde ich in unserem Häuschen, vor lauter Lachen kann ich kaum noch atmen. Tom muss den ganzen Abend immer wieder über die Situation schmunzeln, wenn er vom Sofa aufs Wasser schaut. Ich selber werde mich hüten, mich noch einmal in eine so brenzlige Situation zu begeben!

Mittwoch, 17. Juli 2013

Morgens ist die Welt am Boya Lake in Ordnung (Teil 2) …

Wir sind immer noch am Boya Lake, am schönsten See auf der Welt. Wenn da bloss die Generatoren nicht wären. Die Kanadier und Amis kommen mit ihren Cougar, Jay Feather, Bounder, Roadwood und was der Trailer-Markt sonst noch so hergibt auf den Platz und fühlen sich wie zuhause. Bereits frühmorgens lassen sie ihre Generatoren auf Hochtouren laufen. Na klar, ein richtiger Kanadier oder Amerikaner braucht einen zusätzlichen, freistehenden Kühlschrank, um Bier- und Eisration für einen Monat zu kühlen. Wenn man den Boya Lake fast für sich alleine hat (wir haben das schon erlebt), dann hört man die Fische springen, das Holz knistern, die Wölfe heulen, die Bäume rauschen, das Paddel auf die türkisfarbene Oberfläche klatschen und ab und an mal eine Axt.

Morgens ist die Welt am Boya Lake in Ordnung (Teil 1) …



…denkt man. Dem ist aber nicht so. Bereits um 5:15 Uhr fährt das erste Auto los. Die ist ja an und für sich kein Problem, dass aber kurz darauf der laute und aufdringliche Nachbar (bereits am Vorabend durch Gestöhne, Geprotze und Gelabere aufgefallen) seinen VW-Bus über eine Stunde laufen lässt, so was grenzt an riesigen Egoismus oder aber, Tom behauptet, dem Mann fehle es einfach an Intelligenz. Wie dem auch sei, der ganze Campground ist früh wach und wir bereits um 7:00 Uhr auf dem See. Herrlich. Diese Paddelrunde war nicht die Erste, bereits am Vortag haben wir den für uns wunderschönsten See auf Erden erkundet. Die Parkrangerin hat uns Tipps gegeben, welche Route wir fahren sollen. Unser Kanu ist schnell parat. Einige Handgriffe und wir sind bereit. Doch nun werden die Paddel zum ersten Mal zusammengesetzt und oh Schreck, die Dinger sind wirklich viel zu lang. Dank Toms riesigem Werkzeugkoffer inkl. Schleifpapier stellt dies aber kein Problem dar. Kurzerhand schneiden wir die Paddel auf die entsprechende Länge zu, müssen aber dann von Hand die einzelnen Teile schleifen, damit sie wieder passen. Wir basteln also an einem Paddel schliesslich ca. 2 Stunden. Was nicht passt, wird eben passend gemacht, so geht das ;-).