Donnerstag, 15. August 2013
Ein Weg über das Dach der Welt
Montag, 29. Juli 2013
DTH
Herzlichen Dank all jenen, die mir so nette Videos und Bildli vom Konzert geschickt haben. So wie es aussieht, habt ihr Campino in vollen Zügen genossen! Ich mag es euch gönnen. Am nächsten Konzert bin ich garantiert auch wieder mit dabei! Härzlechscht Conny
27. – 30. Juli 2013 - Sprachlos
| Toms Lieblingsschild |
|
26. Juli 2013 – die Strasse zum Gold
Diesen Teil des Klondike Highways (Fotos)
haben wir bisher noch nicht gekannt. Unbewohntes Land, grosse Flüsse und Seen,
riesige Fichtenwälder. Ursprüngliche Yukon-Landschaft, so haben auch die stampeders die Landschaft zu jener Zeit
vorgefunden. Das Montague House war eines der fünf Rast –und
Übernachtungshäuser entlang des Dawson Trails. Die 320 km lange
Postkutschenreise dauerte damals knappe sechs Tage. Vor allem im Winter wurde
diese Art der Fortbewegung genutzt. Nach Carmacks fällt der Blick auf die Five
Finger Rapids. Durch diese engen Kanäle mitten im Yukon-River mussten auch die
Dampfer. Ein Trail mit vielen, vielen Treppen führt bis zu einer grandiosen
Plattform.
Unsere Fahrt geht weiter durch den
Drunken forest. Der Highway ist von Schwarzfichten und Papierbirken gesäumt,
diese beiden Baumarten wachsen in schlecht entwässerten Böden. Es herrscht
Dauerfrost. Sobald die Erde auftaut, lehnen sich die Bäume in verschiedene
Richtungen und machen den Anschein, „betrunken“ zu sein. In Stewart Crossing
biegen wir auf den Silver Trail (Highway 11). In der Moose Calving Key Habitat
Area hoffen wir natürlich, endlich einen riesigen Elchbullen zu Gesicht zu
bekommen. In diesem Gebiet ist das Jagen untersagt, so dass die Elchmütter in
Ruhe ihre Jungen aufziehen können. Prächtige Voraussetzungen also. Wie immer
sehen wir jedoch keine Elche trotz später Stunde und prächtigem Wetter, dafür
jagt uns das Schnauben eines Tieres (was immer es auch war, es war
sehrrrrrrrrrrrr gross) unterhalb eines Steilhanges einen riesigen Schrecken
ein.
Den Five Mile Lakes Campground
liegt an einem wunderbaren See, wir treffen jedoch auf unsaubere Feuerstelle,
einen kompletten Abfallsack können wir mit all den Überresten unserer Vorgänger
füllen. Kein Wunder, dass die Behörden explizit darauf hinweisen, dass der
Platz viel Besuch von Bären kriegt. Am Morgen lassen wir es gemütlich angehen,
nachdem wir den Regen hören. Nach erneut 11 Stunden Schlaf krieche auch ich aus
dem Bett. Tom ist bereits daran, den Brotteig zu machen, schliesslich wollen
wir heute den Dutch oven ausprobieren. Bei strömenden Regen backt Tom ein
herrliches Brot, welches wir nun mit einem Fondue geniessen. Juhui.
Whitehorse – eine Stadt in 24 Stunden entdecken
Nicht zu wunderbare Erinnerungen
haben wir an die Stadt im Yukon. Okay, fairerweise muss man dazu sagen, dass
wir damals der Stadt erst im Herbst einen Besuch abstatteten. Leer und einsam
waren die Strassen, nur einige armselige Gestalten, gezeichnet von jahrelangem
Alkoholmissbrauch, darunter viele Ureinwohner, lungerten herum und bettelten um
Geld, damit sie ihre Identifikationsprobleme erneut in einem Schnaps ertränken
konnten. Erstaunt sind wir deshalb umso mehr, dass sich die Stadt recht
entwickelt hat. Die Broschüre aus dem Visitor Centre macht Werbung, wie die
Stadt innert 24 Stunden erkundet werden kann. Unser Plan steht jedoch bereits
fest. E-Mails checken, Kochrezepte downloaden, Preisvergleiche betreffend Pneus
machen, Eltern skypen, ev. Blog aktualisieren, kurz mal mit Freunden
whatsapplen… aber oje, der gut hergerichtete Campground verspricht in Sachen
Wi-Fi wieder mal zu viel. Für all die erwähnten Aufgaben benötigen wir bereits
ca. 4 Stunden. Da braucht das verwöhnte Schweizerlein viel Geduld und Ausdauer.
Uns bleiben 18 Stunden, davon benötigen wir unsere 11 Stunden Schlaf, vor allem
Faultier Conny, macht 7 Stunden. 2 Stunden S.S. Klondike-Besichtigung und der
Rest der verbleibenden 5 Stunden verbringen wir damit, einen tollen, neuen Pneu
zu kaufen, welcher 1 Stunde später fixfertig parat ist. Eine weitere Stunde später spazieren wir, dank
dem engagierten Ian mit dem richtigen Motorenöl aus dem Laden. 1 Stunde
verbringen wir im Walmart, 1 Stunde im Coast Mountain Sports, von Michi
empfohlen (by the way, wir haben den Dutch Oven und Ben’s, das ultimative Gift
gegen Mücken) und zu guter Letzt müssen wir unseren Essens- und Trinkvorrat
auffrischen, wobei der Kauf alkoholischer Getränke keinerlei Schwierigkeiten
bereitet, obwohl die Menschen im Liquor Store Schlange stehen, dafür sind
sämtliche Wassertanks und auch die Regale gähnend leer. Mit Glück finden wir
jedoch noch 12 1.5-Liter-Flaschen. Ach ja, und die übrigen 2 Stunden haben wir
mit netten Leuten geplaudert, natürlich haben wir erneut Ralf und Mervi getroffen, die nun aber direkten Weges auf
den Dempster wollen (Ralf meinte, dass das Wetter in den nächsten Tagen toll
sein würde). Wir sind uns jedoch sicher, dass wir die beiden irgendwann auf
unserer Reise erneut antreffen werden. Weiter haben wir Dieter und Astrid
getroffen, mit den beiden blieb nur ein kurzes Schwätzchen, trotzdem wurden
E-Mail-Adressen ausgetauscht, da die Sympathie stimmte.
Whitehorse, wir kommen noch einmal
zurück. Vielleicht können wir ja dann deine Sehenswürdigkeiten in 24 Stunden
erkunden, minus 2 Stunden S. S. Klondike, die wir ja bereits besichtigt haben.
Dafür werden wir eventuell 2 Stunden in den 45 Grad heissen Takhini Hot Springs
verbringen.
Montag, 22. Juli 2013 – Honeymoon Lake der besonderen Art
Atlin (siehe Fotos), manche lieben die Stadt,
andere finden sie zum Kotzen. Atlin, eine Stadt am Ende der Strasse. Rund 200
km von der nächsten grossen Stadt entfernt. Der Blick auf den Atlin Lake und
seine umliegenden Berge ist bei gutem Wetter irrsinnig, bei schlechtem Wetter
liegt die Stadt grau und einsam am Rand der Welt. Obwohl uns Ralf und Mervi den
Campingplatz mitten in Atlin empfohlen haben, steht für uns fest, dass wir an
die Warm Springs fahren wollen. Die Quellen liegen ungefähr 25 km ausserhalb
Atlin. Wir hoffen natürlich, dass wir die Warmwasserquelle ganz für uns alleine
haben. Unser Wunsch geht in Erfüllung. Sofort stürzen wir ins 25 Grad warme
Wasser. Bei einer Aussentemperatur von 10 Grad einfach herrlich. Natürlich
besuchen noch etliche Leute den speziellen Ort. Als jedoch gegen 22 Uhr die
letzte Gruppe junger Leute den Platz verlässt, hüpfe ich, wie ich erschaffen
wurde ins Becken, um für ein aussergewöhnliches Naturfoto zu posieren. Die
Aktion dauert nicht wirklich lange. Tom ruft mir plötzlich zu, dass er ein Auto
höre. Nackt und tropfend verschwinde ich in unserem Häuschen, vor lauter Lachen
kann ich kaum noch atmen. Tom muss den ganzen Abend immer wieder über die
Situation schmunzeln, wenn er vom Sofa aufs Wasser schaut. Ich selber werde
mich vorerst hüten, mich noch einmal in eine so brenzlige Situation zu begeben!
Dienstag, 23. Juli 2013
Samstag, 20. Juli 2013 - my Road calls me, lures me. West, east, south and north…
Inzwischen ist der Pneu geflickt
und wir erleben das bisher heftigste Gewitter am Teslin Lake. Unsere Entscheidung,
auf dem Alaska Highway Richtung Whitehorse ist uns nicht schwer gefallen, der
reparierte Pneu hat nämlich über Nacht etwas Luft verloren. So können wir
natürlich keine Risiken eingehen. Trotzdem machen wir den Abstecher Richtung
Atlin, obwohl dieser erst bei unserer Rückreise geplant ist. Auf einer Rest
Area, kurz nach Jacks Corner, treffen wir erneut auf Ralf und Mervi, die mit
ihrem riesigen LKW-Camper um die Welt reisen. Die beiden haben das Auto mit uns
in Hamburg verschifft. Ein wunderbares Käffchen in ihrem selbst ausgestatteten
Camper und die Stunden vergehen wie im Flug.
For sale
Wer bei uns etwas zu verkaufen hat,
hängt beispielsweise ein Inserat im Coop auf, verhöckert das Verkaufsobjekt in
e-bay oder gibt ein Annonce in der Berner Zeitung auf. Nicht so in Kanada.
Donnerstag, 18. Juli 2013 – ei einzegi Sekunde…
Unser Plan, den Robert Campell HW
zu befahren, ist definitiv. Anschliessend wollen wir von Ross River aus die
South Canol Road nach Johnson’s Crossing in der Nähe von Whitehorse fahren. Das
Wetter ist gut, noch gut, die ersten ungefähr 50 Kilometer sind geterrt. Schon
bald nach dem Übergang auf die Gravel Road steht fest, dass der HW in einem
relativ schlechten Zustand ist. Tom jedoch strahlt und Nikan macht die Tour gut
mit. Am Simpson Lake beschliessen wir weiter an den Frances Lake zu fahren.
Plötzlich regnet es in Strömen. Sofort verändert sich auch die Strasse und wird
zu einer schlammigen Angelegenheit. Auch das bereitet Nikan kein Problem. Tom
ist konzentriert und umfährt die heftigen Löcher bis auf eines. Der
Gesichtsausdruck in seinem Gesicht verheisst nichts Gutes. Und kurz darauf höre
ich es… das hässlichste aller Geräusche…Wir haben jedoch keinen schleichenden
Platten, sondern ein richtiges Loch im Reifen. Nur 2 Minuten später ist das
Rad fast leer. Tom macht seine Sache gut, ich halte ihm, so gut ich kann die
vielen Mücken vom Leib. Der Ranger, der kurz darauf anhält und lässig mit einer
Kippe in den Mundwickeln fragt, ob alles okay ist, muss sich natürlich zuerst
über alle technischen Details unseres Wagens erkundigen. Allerdings gibt er uns
dann gute Tipps wegen dem Reifendruck. Tom war sich bereits nach dem Gespräch
mit Michi nicht ganz sicher, ob unser Reifendruck wirklich nicht zu hoch ist.
Als er nämlich Michi erzählte, dass wir 4.3 bar im Reifen hätten, verzog dieser
ziemlich das Gesicht. Allerdings hat Tom vergessen, die entsprechende
Umrechnung in psi zu machen. So waren nicht 4.3 bar im Pneu, sondern lediglich
3.4 bar, also 43 psi. Allerdings, so meint der Ranger, dass es viele gäbe, die
einen Truck-Camper noch mehr pumpen, ganze 60 psi, was wiederum 4 bar ergibt.
Fotos Robert Campell Highway
Mittwoch, 17. Juli 2013 – die Reise geht weiter
Unsere Reise geht weiter, immer
noch sind wir auf dem inzwischen vollständig geterrten Cassiar-Highway (Nr.
37), entlang des Highways hat ein riesiger Waldbrand gewütet, der jedoch unsere
Lieblingspflanze, das Fireweed, besonders in Szene setzt. Diese Pflanze ist übrigens
das Erste, was nach einem Waldbrand wieder wächst. Linkerhand haben wir heute
erneut eine wunderbare Sicht auf die Cassiar Mountains. Herrlich. Bald treffen
wir in Watson Lake ein. Unser erster Gang ist wie immer das Visitor Centre, die
nette Angestellte gibt sich viel Mühe und packt, während wir uns einen
interessanten Film über den Bau des Alaska-Highways anschauen, viel Material
für uns zusammen. Der Spaziergang durch den Sign Post Forest (Schilderwald) ist
ein Muss. Unser Schild ist noch in
Bearbeitung und wird dann erst auf der
Rückfahrt vom Norden in den Süden montiert ;-). Zeitlich sind wir noch nicht
dazu gekommen, unser Schild fertig zu erstellen. Wir haben halt so einen Stress
;-) In Watson Lake treffen wir auf Schweizer. Da sind einerseits die herzige
Familie mit ihrem Sohn Liam aus Grindelwald und die drei Jungs aus Solothurn,
bzw. Bern, die nicht davon zurückschraken, in Dawson City auf dem verfaulten
Zehen aus dem Jahre 1929 herum zu knabbern. Eine Touristenattraktion der etwas
schrägeren Sorte. Montag, 22. Juli 2013
Montag, 22. Juli 2013 – Honeymoon Lake der besonderen Art
Atlin, manche lieben die Stadt,
manche finden sie zum Kotzen. Atlin, eine Stadt am Ende der Strasse. Rund 200
km von der nächsten grossen Stadt entfernt. Der Blick auf den Atlin Lake und
seine umliegenden Berge ist bei gutem Wetter irrsinnig, bei schlechtem Wetter
liegt die Stadt grau und einsam am Rand der Welt. Obwohl uns Ralf und Mervi den
Camping mitten in Atlin empfohlen haben, steht für uns fest, dass wir an die warm springs fahren wollen. Die Quellen liegen ungefähr 25 km ausserhalb Atlin.
Wir hoffen natürlich, dass wir die Warmwasserquelle ganz für uns alleine haben.
Unser Wunsch geht in Erfüllung. Sofort stürzen wir uns ins 25 Grad warme
Wasser. Bei einer Aussentemperatur von 10 Grad einfach herrlich. Natürlich
besuchen noch etliche Leute den speziellen Ort. Als jedoch gegen 22 Uhr die
letzte Gruppe junger Leute den Platz verlässt, hüpfe ich, wie Gott mich
erschaffen hat, ins Becken, um für ein aussergewöhnliches Naturfoto zu
posieren. Die Aktion dauert nicht wirklich lange. Tom ruft mir plötzlich zu,
dass er ein Auto höre. Nackt und tropfend verschwinde ich in unserem Häuschen,
vor lauter Lachen kann ich kaum noch atmen. Tom muss den ganzen Abend immer
wieder über die Situation schmunzeln, wenn er vom Sofa aufs Wasser schaut. Ich
selber werde mich hüten, mich noch einmal in eine so brenzlige Situation zu
begeben!
Mittwoch, 17. Juli 2013
Morgens ist die Welt am Boya Lake in Ordnung (Teil 2) …
Wir sind immer noch am Boya Lake,
am schönsten See auf der Welt. Wenn da bloss die Generatoren nicht wären. Die
Kanadier und Amis kommen mit ihren Cougar, Jay Feather, Bounder, Roadwood und
was der Trailer-Markt sonst noch so hergibt auf den Platz und fühlen sich wie
zuhause. Bereits frühmorgens lassen sie ihre Generatoren auf Hochtouren laufen.
Na klar, ein richtiger Kanadier oder Amerikaner braucht einen zusätzlichen,
freistehenden Kühlschrank, um Bier- und Eisration für einen Monat zu kühlen.
Wenn man den Boya Lake fast für sich alleine hat (wir haben das schon erlebt),
dann hört man die Fische springen, das Holz knistern, die Wölfe heulen, die
Bäume rauschen, das Paddel auf die türkisfarbene Oberfläche klatschen und ab
und an mal eine Axt.
Morgens ist die Welt am Boya Lake in Ordnung (Teil 1) …
…denkt man. Dem ist aber nicht so.
Bereits um 5:15 Uhr fährt das erste Auto los. Die ist ja an und für sich kein
Problem, dass aber kurz darauf der laute und aufdringliche Nachbar (bereits am
Vorabend durch Gestöhne, Geprotze und Gelabere aufgefallen) seinen VW-Bus über
eine Stunde laufen lässt, so was grenzt an riesigen Egoismus oder aber, Tom
behauptet, dem Mann fehle es einfach an Intelligenz. Wie dem auch sei, der ganze
Campground ist früh wach und wir bereits um 7:00 Uhr auf dem See. Herrlich.
Diese Paddelrunde war nicht die Erste, bereits am Vortag haben wir den für uns
wunderschönsten See auf Erden erkundet. Die Parkrangerin hat uns Tipps gegeben,
welche Route wir fahren sollen. Unser Kanu ist schnell parat. Einige Handgriffe
und wir sind bereit. Doch nun werden die Paddel zum ersten Mal zusammengesetzt
und oh Schreck, die Dinger sind wirklich viel zu lang. Dank Toms riesigem
Werkzeugkoffer inkl. Schleifpapier stellt dies aber kein Problem dar. Kurzerhand
schneiden wir die Paddel auf die entsprechende Länge zu, müssen aber dann von
Hand die einzelnen Teile schleifen, damit sie wieder passen. Wir basteln also
an einem Paddel schliesslich ca. 2 Stunden. Was nicht passt, wird eben passend
gemacht, so geht das ;-).
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