Dienstag, 17. September 2013
Idaho Falls und schlechte Laune
Tom stellt fest, dass ich immer,
wenn wir in grösseren Städten sind, ziemlich launisch werde. Da hat er wohl
Recht. Der Lärm der Stadt, die vielen Autos, der Stress, alles geht mir auf den
Sack. Ausserdem geht es mir heute nicht speziell gut. Ich habe Krämpfe und
fühle mich k.o.. Trotzdem schaffen wir es, nach einer kurzen
Auseinandersetzung, doch die wichtigen Sachen zu erledigen. In Arco, in the
middle of nowhere, finden wir einen wunderbaren RV-Platz und beschliessen,
gleich zwei Tage zu bleiben. So können wir wieder mal die ganze Wäsche
erledigen, also exgüse, Tom meine ich natürlich, ich schreibe E-Mails und Blog,
und irgendwie gehen die zwei Tage recht schnell vorbei. Endlich haben wir ein
wunderbares Wi-fi, können mit unseren Familien und Freunden skypen. In Arco
steht übrigens der erste Atomreaktor, der 1951 Strom für Arco lieferte.
Grand Teton – wir fahren weiter
Für uns Mitteleuropäer ist der
Grand Teton nichts aussergewöhnlich Spektakuläres. Natürlich ist die Grand
Teton Range herrlich. Leider spielt das Wetter nicht ganz so mit. Trotzdem
sehen wir eine Menge Tiere, unter anderem eine riesige Wapitiherde und ganz in
der Nähe unseres Platzes Gros Ventre auch wieder eine grössere Bisonherde.
Unterwegs treffen wir auf Jim. Er ist länger im Grand Teton NP unterwegs und
beobachtet vor allem die Wapitis. Als wir auf seine Frage, welche Tiere wir
denn gerne sehen möchten, ist es natürlich, wie könnte es auch anders sein, ein
Elchbulle. No problem, meint er. In der Nähe vom Gros Ventre habe er kürzlich
drei Elche am Fluss äsen sehen. Naja, diese sehen wir dann nicht. Trotzdem ist
Jim überfreut, auf Schweizer zu treffen.
Die Männer fachsimpeln über die Route. Er gibt uns gute Tipps für die Weiterfahrt und, sollten wir in Probleme geraten, gleich seine Visitenkarte, wenn wir tatsächlich in Washington unser Auto verschiffen würden. Thank you Jim, you are very great. We hope, you enjoy the trip. We’ll send you a postcard from Saas Fee ;-).
Die Männer fachsimpeln über die Route. Er gibt uns gute Tipps für die Weiterfahrt und, sollten wir in Probleme geraten, gleich seine Visitenkarte, wenn wir tatsächlich in Washington unser Auto verschiffen würden. Thank you Jim, you are very great. We hope, you enjoy the trip. We’ll send you a postcard from Saas Fee ;-).
Freitag, 13. September 2013
Lieber Papi
... und hier noch die beiden Fotos, wie eben besprochen :-)! E schöne Tag. Mir göh itz gah pfuuuuuuuuuuuuuuuuuse! Es rägelet nämlech schön uf üses Dach! Juhuiiii!
Donnerstag, 12. September 2013
Yellowstone – 5 Tage blubbern, dampfen, zischen oder wenn du 5 Tage nach faulen Eiern riechst
Die Campingplatzsuche ist nun
erfolgreich abgeschlossen, das Norris Basin mit all seinen „Blubberis“ und
Gestänken hat uns wirklich sehr gefallen. In den nächsten Tagen wird uns dann
klar, dass uns auch die Parkplatzsuche bei einigen
Geysirfeldern viele Nerven
kosten wird. Denn einerseits sind auch hier keinerlei Mitarbeiter
(wohlverstanden, der Park hat rund 5000 Angestellte) zu sehen, die irgendwie
verhindern, dass Klein-Smartfahrer die grossen Tourbus-Parkplätze
besetzen oder gar ihre Fahrzeuge mit dem Warnblinker in der engen Ausfahrt
einfach stehen lassen. Egal, wir geniessen die vielen, vielen, absolut
hammermässigen Eindrücke der Geysirfelder und die wunderbare Natur des Yellowstone NP. Wir sind
jeden Abend glücklich, dies erleben zu dürfen.
Fotos Yellowstone Nationalpark
Erwähnenswert ist weiter, dass wir
unseren ersten Tischer-Aufsatz getroffen haben, samt ihrem netten Inhalt. Das
sind nämlich Doris und Torsten, dann ihre Velos, nicht zu vergessen ist wohl
(gemäss Torsten) die Schuhsammlung von Doris, obwohl diese es doch tatsächlich
an diesem Morgen nicht geschafft hat, in festes Schuhwerk zu steigen.
Stattdessen „schlärpelet“ sie in ihren bequemen Crocs über das Mud Vulcano Feld. Die
beiden sind seit April in Amerika unterwegs und wollen runter nach Argentinien
reisen. Ihr Motto „wir entschleunigen“ finden wir super, Torsten hat Anzug und Krawatte
gegen bequemes Outfit getauscht und Doris findet, wie bereits erwähnt,
Crocs und Bisonburger wunderbar :-).
| Überall stapfen diese imposanten Bisons durch die Gegend |
Fotos Yellowstone Nationalpark
| Torsten und Doris, die beiden sympathischen Deutschen |
Yellowstone – Campingplatzsuche, ein Härtetest für verwöhnte Canada-Reisende oder wenn das Wort FULL zum Horror wird
Das freut uns und wir fahren auf dem Circle, welcher übrigens wie eine 8 zu befahren ist, nordwärts. Unser Ziel ist der Norris Campground, welcher nämlich inmitten der 8 liegt. Plan, wir sind sehr zentral und können von dort sämtliche Felder besichtigen. Wir denken, dass dieser Tipp wohl weltweit bekannt ist, denn der Norris Campground ist FULL, fuller geht’s nimmer (stöhn, grunz, grummel). Wohlverstanden, wir haben sämtliche Sehenswürdigkeiten ausgelassen und sind bereits eine halbe Stunde nach Parkeintritt am Campingplatz angekommen. Der Ranger versteht unseren Ärger, muss uns dennoch wohl oder übel zum Indian Creek, ca. 25 km weiter nördlich, schicken. Denn: Overflow-Plätze kennen sie im Yellowstone NP nicht. Da wird kein Overnight Parken auf Day-Use-Areas oder sonstigen Lookouts toleriert. Also, dann sofort rein in den Indian Creek. An der Strasse ist nichts mit FULL-Zeichen, wir düsen an einigen unschlüssigen Campern vorbei, die zuerst die Karte studieren. Aber dann: FULLFULLFULL. Die Rangerin ist ehrlich und meint, dass wir viel zu spät seien, um noch einen Platz im Park zu finden. Sie verweist uns an einen anderen Ranger und düst mit ihrem Mobil zur Hauptstrasse, um die Tafel „FULL“ anzubringen. Der Ranger ist sehr geduldig, stellt fest, dass wir ärgerlich sind und gibt uns dann Tipps, wo wir ausserhalb des Parks übernachten können. Nach einigem Small-Talk, wir gehen davon aus, dass die Ranger in diesem Park ganz speziell auf ärgerliche Besucher geschult werden, informiert er uns dann auch gleich, dass der Indian Creek ab Sonntagabend for season geschlossen sein wird. Na toll, dann wird der Kampf auf die restlichen, offenen Plätze verteilt. So fahren wir schliesslich nach Gardiner und finden dort einen wirklich tollen Stellplatz in einem speziellen NF (National Forest) mit Pferdekoral.
Natürlich muss ich für meine Schwester die Pferde besichtigen.
| Pferdekoral im Beaver Creek NF |
Ein Cowboy aus Idaho erzählt uns dann, wie er eben von einer viertägigen Tour durch den Yellowstone Park zurückgekommen ist.
Der Platz sei sozusagen ein Insidertipp für Rösseler, da der Park mit den Anhängern gut erreicht werden kann. Ja, nicht nur für Rösseler, auch für uns, wir sind nämlich am kommenden Morgen bereits früh startklar und finden dann um 10 Uhr einen der letzten Plätze auf dem Norris Campground. Genug rumgehastet. Nun geniessen wir den Park in vollen Zügen. Nikan lassen wir für heute stehen. Das Norris Basin lässt sich gut zu Fuss besichtigen.
Bozeman – wo bereits Brad Pitt und Robert Redford den Boden mit ihren Füssen berührt haben
Die Stadt Bozeman liegt bereits im
Gallatin Valley (dem Tal der Blumen) und wurde vor allem berührt, weil in der
Nähe zwei Filme gedreht wurden. Einerseits „In der Mitte entspringt ein Fluss“
und natürlich „der Pferdeflüsterer“, einer meiner Lieblingsfilme.
Ansonsten bietet die Stadt wenig,
sie ist höchstens, wie für uns, wichtiger Ausgangspunkt, um noch einmal richtig
einzukaufen und Benzin aufzufüllen, bevor es in den Yellowstone Nationalpark
geht.
Holter Lake – ein Akkordeon Abend mit Gewitter
| Stinkender Holter Lake, aber wunderschön! |
Fotos Montana
Glacier NP ohne Gletscher
Der Name verspricht Gletscher,
tatsächlich gibt es aber im Glacier kaum mehr sichtbare Gletscher. Der Park ist
international geregelt. Oberer Teil nämlich ist der Waterton NP und gehört zu
Canada. Die beiden Staaten arbeiten jedoch in diesen Bereichen eng zusammen.
Über die Wanderwege kann man ohne Passkontrollen zwischen den beiden Ländern
hin- und herwandern.
Zuerst einmal wollen wir uns in
West Glacier den Interagency Jahrespass besorgen. Auf dem Hinweg entlang des
Columbia River haben wir bereits mit einem etwas schlechten Gewissen ohne die 5
Dollar zu begleichen eine Pinkelpause eingelegt. Der Pass muss klar her. Eine
gute Anschaffung, sodass wir nicht an jedem Aussichtspunkt, bei jeder Wanderung
und eben auch für eine klitzekleine Pinkelpause 5 Dollar begleichen müssen, was
unserer Reisekasse nicht gut täte. Den Pass erhalten wir dann schliesslich
im Headhunter Quartier der Ranger Station. Die quirlige Rangerin gibt uns
sämtliches Material und sogar den Hangtag mit, damit wir das wunderbare Teil auch
schön ordentlich an unserem Innenspiegel aufhängen können.
Vorher haben wir uns bereits über die Going-to-the-Sun-Road informiert. Am Vorabend sind wir nämlich mit Massband ums Auto herum gelaufen und aufs Auto hinauf gekraxelt, um zu überprüfen, ob wir die Road mit unserem Fahrzeug befahren können. Es sind lediglich Fahrzeuge mit einer Höhe von 3 Meter zugelassen, unser Nikan ist genau 3 m hoch. Die Mitarbeiterin im Visitor Center meint, dass es kein Problem sein sollte, da wir die Strecke von West nach Ost fahren, also mehrheitlich nicht entlang der überhängenden Felsen.
Fotos Glacier National Park
Naja, nebst uns wagen sich dann nicht wirklich viele Truckcamper auf die Tour. Ist dann später auch klar, weshalb. Die Strecke ist sehr anstrengend und kribbelig, aber wunderschön. Leider gibt es entlang der Route praktisch keine Aussichtspunkte, bzw. wenn es welche gibt, stehen bereits tausende von Autos darauf, kreuz und quer, versteht sich. Auf dem Logan Pass muss fürs Parkieren sogar Schlange gestanden werden. Die Tour ist trotzdem wunderschön und wir sind froh, dass wir sie gefahren sind, am nächsten Morgen zieht nämlich ein heftiges Gewitter auf.
Vorher haben wir uns bereits über die Going-to-the-Sun-Road informiert. Am Vorabend sind wir nämlich mit Massband ums Auto herum gelaufen und aufs Auto hinauf gekraxelt, um zu überprüfen, ob wir die Road mit unserem Fahrzeug befahren können. Es sind lediglich Fahrzeuge mit einer Höhe von 3 Meter zugelassen, unser Nikan ist genau 3 m hoch. Die Mitarbeiterin im Visitor Center meint, dass es kein Problem sein sollte, da wir die Strecke von West nach Ost fahren, also mehrheitlich nicht entlang der überhängenden Felsen.
Fotos Glacier National Park
Naja, nebst uns wagen sich dann nicht wirklich viele Truckcamper auf die Tour. Ist dann später auch klar, weshalb. Die Strecke ist sehr anstrengend und kribbelig, aber wunderschön. Leider gibt es entlang der Route praktisch keine Aussichtspunkte, bzw. wenn es welche gibt, stehen bereits tausende von Autos darauf, kreuz und quer, versteht sich. Auf dem Logan Pass muss fürs Parkieren sogar Schlange gestanden werden. Die Tour ist trotzdem wunderschön und wir sind froh, dass wir sie gefahren sind, am nächsten Morgen zieht nämlich ein heftiges Gewitter auf.
Grand Coulee Dam – Grandioser Damm mit Lichtshow
In der Nähe des Grand Coulee Dams
ist alles übervoll. Jeder Campground ist besetzt, sogar an sämtlichen
Ausbuchtungen am Banks Lake stehen Sonnenschirme. Es ist unglaublich. Am
Steamboat Rock wollen wir baden. Wir sehen ganz viele Menschen in Strandkleidung
vom Strand kommen. So schmeissen wir uns erneut in unsere Badesachen und laufen
ca. 10 Minuten vom Parkplatz an den Strand. Wir stehen kurz vor dem Einstieg
ins Wasser, aber ohje, hier haben die Leute doch nicht gebadet? Die Temperatur
des Wassers ist so hoch, dass es uns richtig ekelt. Ausserdem ist das Wasser
richtig dreckig und voller Algen. Wir suchen uns einen Platz und werden an der Osborne
Bay fündig und essen kurz etwas. Dann machen wir uns auf den Weg zum Dam, die
wirklich reizende Dame aus dem Visitor Center in Omak hat uns empfohlen,
unbedingt die Lasershow zu besuchen. Der Grand Coulee Dam ist der viertgrösste
Damm der Welt, wirklich imposant dann auch die spektakuläre Lasershow, die auf
die tosenden Wassermassen projiziert wird.
Fotos Grand Coulee Dam und Umgebung
Fotos Grand Coulee Dam und Umgebung
Äh, wir müssen da mal kurz was sagen...
... Amerika und Kanada haben ausserhalb der Grossstädte einfach scheussliches Internet. Okay, okay, wir sind nun gerade in der Prärie, nämlich in Arco, Bundesstaat Idaho und hier funktioniert das Internet gerade relativ gut, was uns natürlich sehr freut. So sehr, dass wir eventuell gleich noch eine Nacht mehr buchen, weil die Leute hier wirklich total nett sind. Und noch was wissenswertes zu Arco. In der Nähe von Arco steht der erste Atomreaktor, welcher 1951 Strom erzeugen konnte.
Aber, um wieder auf den Punkt zu kommen, ich schweife ab, ich weiss, ich weiss.. wir freuen uns immer riesig über E-Mails von euch. Auch Whatsapp-Nachrichten lesen wir sehr gerne. Seid uns aber bitte nicht böse, wenn wir nicht sofort antworten können. Meist lesen wir die Nachrichten auf irgendeinem Wallmart-Parkplatz und dort sind wir meist recht im Schuss. Aber... wir freuen uns immer riesig auf News von euch, am liebsten per E-Mail. Whatsapp geht immer, wenn wir Wifi haben. SMS sind teuer und versenden wir nur, wenn wir unseren Eltern mitteilen wollen, wo wir gerade stecken.
Aber, um wieder auf den Punkt zu kommen, ich schweife ab, ich weiss, ich weiss.. wir freuen uns immer riesig über E-Mails von euch. Auch Whatsapp-Nachrichten lesen wir sehr gerne. Seid uns aber bitte nicht böse, wenn wir nicht sofort antworten können. Meist lesen wir die Nachrichten auf irgendeinem Wallmart-Parkplatz und dort sind wir meist recht im Schuss. Aber... wir freuen uns immer riesig auf News von euch, am liebsten per E-Mail. Whatsapp geht immer, wenn wir Wifi haben. SMS sind teuer und versenden wir nur, wenn wir unseren Eltern mitteilen wollen, wo wir gerade stecken.
Loomis? Warst du schon mal in Loomis?
Wo bitte schön ist Loomis? Wir wissen
es, wir waren tatsächlich da. Und was bitte schön ist in Loomis? Nichts, ausser
tausende von Obstbäumen und die Recreation Area „many lakes“, auf der wir schliesslich
übernachten. Der erste
Free-Campground, direkt am See. Aus dem Auto eines Nachbarn ertönt wie in einem Konzertsaal klassische Musik, der Nachbar selbst sitzt am Seeufer und trällert irgendwie mit. Von einem anderen Platz ertönt laut Janis Joplin und unser direkter Nachbarn hat um den Wohnwagen herum ein Gitter montiert, fürs Hausschwein, versteht sich. Wir sind in Amerika, es ist alles okay. No worries!
Free-Campground, direkt am See. Aus dem Auto eines Nachbarn ertönt wie in einem Konzertsaal klassische Musik, der Nachbar selbst sitzt am Seeufer und trällert irgendwie mit. Von einem anderen Platz ertönt laut Janis Joplin und unser direkter Nachbarn hat um den Wohnwagen herum ein Gitter montiert, fürs Hausschwein, versteht sich. Wir sind in Amerika, es ist alles okay. No worries!
Wiedersehen mit den kanadischen Wildgänsen
| Spectacle Lake |
Das Okanagan Valley verändert sich
nach der Grenze nicht wirklich, ausser, dass wir nun vom Okanogan Valley
sprechen. Überall an den Strassenrändern sehen wir Obstplantagen. Das Klima ist
relativ trocken, es hat wohl länger nicht geregnet, deshalb werden die
Plantagen und auch die Felder künstlich bewässert. Ein herrlicher Duft. Das
Klicken der Anlagen erinnert speziell mich an Kindheitstage, wenn mein Vater zu
später Stunde den Rasen bewässert hat. Überall sind Pflücker am Werk. Meine
Idee, einige Tage mitzuarbeiten, findet Tom nicht so toll. Es ist heiss.
Wirklich richtig heiss.
Die Temperaturschwankungen bereiten uns etwas Mühe. In der Nähe von Loomis finden wir einen herrlichen Platz am Spectacle Lake und sehen gleich einen Weisskopfseeadler und, ich traue kaum meinen Augen, eine riesige Gruppe von kanadischen Wildgänsen. Am Abend hören wir, bereits das zweite Mal (das erste Mal war in der Fintry Bay) viele, viele Grillen. Es ist wirklich toll. Der Sternenhimmel ist ausserdem grandios. Der Duft von trockenem Gras steigt uns in die Nase. Einfach herrlich.
Die Temperaturschwankungen bereiten uns etwas Mühe. In der Nähe von Loomis finden wir einen herrlichen Platz am Spectacle Lake und sehen gleich einen Weisskopfseeadler und, ich traue kaum meinen Augen, eine riesige Gruppe von kanadischen Wildgänsen. Am Abend hören wir, bereits das zweite Mal (das erste Mal war in der Fintry Bay) viele, viele Grillen. Es ist wirklich toll. Der Sternenhimmel ist ausserdem grandios. Der Duft von trockenem Gras steigt uns in die Nase. Einfach herrlich.
Das Tal der Früchte
Entlang des Okanagan Lake ist der
Früchteverkauf in vollem Gange. Da wir jedoch nicht schlüssig sind, ob wir
bereits heute die Grenze überqueren, halten wir uns mit dem Kauf von Früchten
zurück. Natürlich läuft uns das Wasser im Mund zusammen, beim Anblick von so
schönen Früchten, vor allem auf Kirschen habe besonders ich riesigen „Gluscht“. Im Valley
ist es über 30 Grad heiss. Das Tal ist bekannt für sein mildes Klima im Winter
und seine heissen Sommer. Also, raus aus den Klamotten und sofort rein in den Bikini.
Nach einer wunderbaren Abkühlung im Osoyoos Lake (der See ist über 20 Grad
warm) und einem kurzen Gespräch mit dem Ranger vom Haynes Point beschliessen
wir schliesslich, rüber in die USA zu fahren. Der PP am Haynes Point ist
nämlich übervoll, sogar der Overflow-Camp quillt über.
Föteli aus dem Okanagan Valley
Tom ist zwar etwas skeptisch, wenn wir erst so spät an der Grenze ankommen. Aber easy, mehr als Stunden auseinandergenommen zu werden, kann uns eh nicht passieren. Was sind schon Stunden? Bereits kurz nach Osoyoos kommen wir am Zoll an. Nichts Spektakuläres. Keine riesigen Schilder wie leaving Canada oder so ähnlich, dafür ist das Zollgebäude äusserst eindrucksvoll. Wir fahren an die Häuschen und klick, bitte lächeln. Sofort schiessen die Amis ein Föteli von uns :-). Der Zöllner mit der Spiegelsonnenbrille ist ernst und macht Eindruck. Nach einem Blick in die Pässe und einer forschen Aufforderung, unsere Sonnenbrillen abzunehmen, löchert er uns mit Fragen und dreht gemählich eine Runde ums Auto. Dann bittet er uns, in ein spezielles Häuschen (sicher wird Nikan von A-Z durchleuchtet) zu fahren. Eine Lebensmittel-Spezialistin werde uns dann aufsuchen. Shit, hätte ich doch (à la Australien) die Früchte zur Tarnung in meinen BH gesteckt. Bloss, welche Früchte? Wir haben genau noch einen Apfel. Aber um Himmels willen. Ich denke an meinen wunderbaren Blumenkohl, die schöne Gurke, die knackigen Tomaten, die duftenden Pilze und an die herrlichen Pancakes. Ausserdem haben wir noch in Summerland einen riesigen Vorrat von meinen Veggie-Burgern angelegt, damit ich Canada nicht zu sehr vermissen werde.
Verzweifelt lese ich im Reiseführer
nach. Noch einmal shit. Es dürfen keine Lebensmittel, gilt auch für
Süssigkeiten, in die USA importiert werden. Und noch einmal ein riesen Shit. Da
kommt sie bereits auf unser Auto zu geschlendert. Keine Chance, den ganzen
Kühler zu entleeren. Sie findet unser Autonummernschild lustig und grinst.
Okay, sie ist nett. Sie ist im Alter von unseren Mums. Das wird schon gut
gehen, sie hat ja wohl auch Kinder, die in der Gegend rumreisen. Sie geht rein,
sieht sich um. Ich erkläre ihr, dass wir Lebensmittel im Kühlschrank und weitere
im Schrank oberhalb unserer Küche haben. Sie "gückslet" in den Kühler. Mit einem
geübten Blick nimmt sie schliesslich die Tomaten raus, nicht erlaubt. Mein Oje
bricht ihr scheinbar fast das Herz. Sie schaut ins Tiefkühlfach, sieht Toms
Berge von Fleisch. Ohne diesen Fleischberg zu berühren fragt sie, ob Lamm dabei
ist. Tom steht nicht auf Lamm. Schwein gehabt, Rindfleisch ist erlaubt. Sie
schliesst den Kühler. Beschnuppert den ganzen Innenraum. Dann findet sie zwei
Kartoffeln, nicht erlaubt. Ich versuche, alles zu geben. Mir kommt der doofe
Apfel in den Sinn, den ich ihr zeige. Voller Ernst meint sie, dass dieser aus
den USA stamme und somit rüber dürfe.
Föteli aus dem Okanagan Valley
Tom ist zwar etwas skeptisch, wenn wir erst so spät an der Grenze ankommen. Aber easy, mehr als Stunden auseinandergenommen zu werden, kann uns eh nicht passieren. Was sind schon Stunden? Bereits kurz nach Osoyoos kommen wir am Zoll an. Nichts Spektakuläres. Keine riesigen Schilder wie leaving Canada oder so ähnlich, dafür ist das Zollgebäude äusserst eindrucksvoll. Wir fahren an die Häuschen und klick, bitte lächeln. Sofort schiessen die Amis ein Föteli von uns :-). Der Zöllner mit der Spiegelsonnenbrille ist ernst und macht Eindruck. Nach einem Blick in die Pässe und einer forschen Aufforderung, unsere Sonnenbrillen abzunehmen, löchert er uns mit Fragen und dreht gemählich eine Runde ums Auto. Dann bittet er uns, in ein spezielles Häuschen (sicher wird Nikan von A-Z durchleuchtet) zu fahren. Eine Lebensmittel-Spezialistin werde uns dann aufsuchen. Shit, hätte ich doch (à la Australien) die Früchte zur Tarnung in meinen BH gesteckt. Bloss, welche Früchte? Wir haben genau noch einen Apfel. Aber um Himmels willen. Ich denke an meinen wunderbaren Blumenkohl, die schöne Gurke, die knackigen Tomaten, die duftenden Pilze und an die herrlichen Pancakes. Ausserdem haben wir noch in Summerland einen riesigen Vorrat von meinen Veggie-Burgern angelegt, damit ich Canada nicht zu sehr vermissen werde.
Montag, 2. September 2013
Wieder einmal ein Regentag
Bereits am Morgen regnet es, bis
heute hatten wir ja mit dem Wetter unglaubliches Glück, natürlich abgesehen von
unserer Zeit im kalten und nassen Alaska, versteht sich. So planen wir,
möglichst schnell ins Okanagan Valley zu fahren. Die Ortschaften 100 Mile House,
70 Mile House, Cache Greek, Kamloops besichtigen wir nicht. Es gibt nichts Grossartiges, was man hier besichtigen könnten. In der Fintry Bay verbringen
wir dann zwei Nächte. Der Platz ist sehr teuer (sorry Niteli und Tom, wir
wussten nicht, dass die dermassen mit den Preisen rauf sind). Ausserdem sind
die meisten Plätze reserviert, die anderen bereits besetzt. Wir finden noch
einen einzigen Platz und geniessen die Zeit. Am Ende unseres
Fintry-Bay-Aufenthalts steht unsere Route für die ersten Wochen USA. Juhuiiii.
Auf das Leben – wir feiern das Leben!
Einige Zeit, nachdem wir Prince
George verlassen haben, sehen wir eine riesige Rauchsäule. Als wir näher kommen,
staut sich der Verkehr und viele Autofahrer drehen auf der Strasse um. Nach
einem Blick durch unser Fernglas sehen wir es. Ein ganz, ganz schrecklicher
Unfall ist geschehen. Inmitten der Strasse stehen ein Lastwagen und ein
ausgebrannter Kleinwagen. Überall sind Feuerwehr, Krankenautos und Polizei zu
sehen. Selbst ein Hubschrauber fliegt mit einer Ladung Löschwasser oder
Löschpulver von Prince George heran. Als der Lastwagenfahrer vor uns sieht,
dass wir in unserem Backroad Atlas nach einer Alternativrouten suchen, kommt er
zu uns und informiert, dass wir wirklich das Beste tun, wenn wir über die Olsen
Road (allerdings eine rauhe Schotterstrasse) nach Quinsel fahren. Es könne bis
Mitternacht gehen, bis die Strasse freigegeben wird, da es Tote gegeben habe.
Zuckt die Schultern und findet sich mit dem Schicksal ab, zu warten. Grosse
Lastwagen können nicht über die Brücken auf der Nebenstrasse fahren. Tom ist
zerstreut und versucht, sich zu konzentrieren. Der Unfall macht uns nachdenklich
und traurig. Für einige Menschen hat ein solch kurzer Augenblick deren ganzes
Leben verändert. Vielleicht warten die Liebsten zuhause und haben bereits die
Sachen fürs long week-end gepackt oder vielleicht wollte sich derjenige einfach
nach einer stressigen Woche zuhause entspannen, geniessen und sich fein
bekochen lassen. Tragisch. Wir sind ganz still und mögen kaum daran denken, wie
schnell man doch zum falschen Moment am falschen Ort sein kann. Oder in unserem
Fall, gut, dass wir unterwegs nach Prince Georg eine Mittagspause gemacht
haben.
Am Lac La Hache, wir kommen erst
an, als es bereits dunkelt, hängt Tom trotzdem den Grill ans Gas. Heute essen
und trinken wir auf das Leben und wie kostbar es ist.
Der Sommer ruft
Bis Prince George fahren wir auf
dem Hart Highway. In der Zwischenzeit haben wir beschlossen, Richtung Süden zu
fahren, damit wir in den USA allfällige Winter Roads noch fahren können, bevor
Schnee fällt.
Bereits zum dritten Mal fahren wir
das Stück Hwy zwischen Prince George und Quinsel. Einmal zuviel, wie wir finden ;-) siehe Eintrag vom 2. Juli 2013.
I mah nid scho wieder uf Gravel umeholpere, chum mir tüe chli amene schöne Plätzli umechroutere. Chum mir mache üs chli hüt, chum mir mache es Füürli, chum mir mache no chli türürürürür, nid scho wieder uf Gravel, nid scho wieder uf Gravel!
Ich kann gerade keine Gravel Road
fahren, Tom muss das machen. Mein Knie kann die ständige Kuppelei nicht
ausstehen. So bleibt meinem Liebsten nichts anderes übrig, als die Forest Road,
die wirklich in einem Sauzustand ist, zu fahren. Die Road ist so was von
ausgewaschen, dass einerseits Waschbrett zu fahren ist, also mit mindestens 60
km/h, dann aber wieder mit riesen Löchern. Hallo, wir sind uns ja schon einiges
gewohnt, aber das hier? Leider ist der Forest Park, indem wir einige Nächte
bleiben wollen, geschlossen (für immer und ewig, nehmen wir an). Der Monkman PP
ist jedoch auch toll.
Fotos Monkman PP und Umgebung
Ganz alleine sind wir nicht, obwohl uns kein einziges Reisefahrzeug weder gekreuzt noch überholt noch vor uns gefahren ist. Das Gebiet ist toll für Wanderungen. Ein wirklich cooler Ranger gibt uns wunderbare Broschüren, von einer mehrtägigen Wanderung, die man machen könnte. Wir hätten alles dabei, vom Zelt, über bequeme Mätteli, Kocher, Schlafsack, ja einfach alles, was es für ein paar Tage braucht. Tom ist Realist, ich halt eher die Träumerin. Wenn ich schon nicht mal eine längere Wanderung ohne Schmerzen überstehe, wie dann noch mit Gepäck? Ja, manchmal habe ich sogar Mühe, in den Camper ein- und auszusteigen. Es geht einfach nicht. Mein Knie ist angeschlagen und basta.
Fotos Monkman PP und Umgebung
Ganz alleine sind wir nicht, obwohl uns kein einziges Reisefahrzeug weder gekreuzt noch überholt noch vor uns gefahren ist. Das Gebiet ist toll für Wanderungen. Ein wirklich cooler Ranger gibt uns wunderbare Broschüren, von einer mehrtägigen Wanderung, die man machen könnte. Wir hätten alles dabei, vom Zelt, über bequeme Mätteli, Kocher, Schlafsack, ja einfach alles, was es für ein paar Tage braucht. Tom ist Realist, ich halt eher die Träumerin. Wenn ich schon nicht mal eine längere Wanderung ohne Schmerzen überstehe, wie dann noch mit Gepäck? Ja, manchmal habe ich sogar Mühe, in den Camper ein- und auszusteigen. Es geht einfach nicht. Mein Knie ist angeschlagen und basta.
Zwei verwilderte Typen ziehen durch Canada
Okay, wir wollen mal eine Sache
klarstellen, vielleicht auch mehrere ;-): Wir sehen wirklich etwas verwildert
aus, das geben wir ja gerne zu. Ausserdem gibt es in unserem Kleiderschrank
etliche Klamotten, die wir bis heute noch gar nicht getragen haben. Wir hängen
immer in den gleichen Klamotten herum, auch das geben wir gerne zu. Natürlich
waschen wir unsere Klamotten. Bei unserer Planung haben wir jedoch eines völlig
vergessen, nämlich Wäschetrockner. In unseren 13 Jahren Oltigen hatten wir kein
so praktisches Ding zur Verfügung gehabt. So können wir jeweils die Kleider
gleich wieder anziehen. Wenn es kalt ist, finden wir es herrlich, uns gleich
wieder in die warmen und duftenden Klamotten zu stürzen. Dann zu unseren
Frisuren: Es gäbe Coiffeure in Kanada/USA, „schiins“. Aber, was wollen wir zu einem
Coiffeur? Der Wind bläst manchmal so stark durch all die Täler, dass es sinnlos
wäre, sich zu frisieren. Tom ist ausserdem felsenfest der Überzeugung, dass ein
unrasiertes Gesicht gut gegen Mückenattacken (haben nachgelassen) und Kälte
(dieses Argument lasse ich eher gelten) sei. Deo und Körpercrème benützen wir
lediglich in der Nähe von Städten, sicher nicht vor einer Wanderung (Bären) oder vor einem
Lagerfeuer (Deo überdeckt kein Rauch). Aber, wir sind stets sauber und anständig angezogen :-). Unsere Dusche funktioniert wirklich
einwandfrei. Die Duschkabine ist übersichtlich und handlich. Sozusagen, es ist alles einfacher hier. Es grüssen: Wild,
aber glücklich eure Nussis
Summit Lake und Reisekoller
Bis zum Summit Lake ist die Strecke
attraktiv und abwechslungsreich. Was dann kommt, haben wir beide einfach
schlicht und einfach aus unseren Hirnwindungen verdrängt. Bis Fort Nelson ist
die Strecke noch einigermassen okay, wir haben im 2006 von Fort Nelson die
Northwest Territories besucht und sind dann die Strecke über Hay River durch Alberta
gefahren. Somit fahren wir die Strecke Fort Nelson – Fort St. John’s zum ersten
Mal und ganz bestimmt werden wir sie auch kein zweites Mal fahren. Es ist trist
und langweilig. Nicht einmal Möglichkeiten, irgendwo in die Gebüsche
abzubiegen, denn: entlang der ganzen Strecke sind Gasvorkommen. Radikal wurden
ganze Schneisen in die Wälder geschnitten. Gääääääähn.
Fotos Alaska Hwy
Unser Plan, nächstens ins Okanagan Valley zu fahren, wird immer konkreter. Unabhängig voneinander finden zwei Einheimische unseren Plan richtig gut. Langsam schnuppern wir auch in den Reiseführern vom Westen der Staaten. Trotz unseres kleinen Reisekoller wollen wir in den Monkman PP zu fahren.
Kurz vor Fort St. John biegen wir ab und fahren durch das Peace Valley. Sofort wird die Strecke interessanter. Entlang des Peace Rivers stossen wir auf die nördlichsten Getreidefelder Kanadas. Im gesamten Valley ist es bereits richtig herbstlich. Die Blätter der Birken sind bereits gelb verfärbt.
Fotos Alaska Hwy
Unser Plan, nächstens ins Okanagan Valley zu fahren, wird immer konkreter. Unabhängig voneinander finden zwei Einheimische unseren Plan richtig gut. Langsam schnuppern wir auch in den Reiseführern vom Westen der Staaten. Trotz unseres kleinen Reisekoller wollen wir in den Monkman PP zu fahren.
Kurz vor Fort St. John biegen wir ab und fahren durch das Peace Valley. Sofort wird die Strecke interessanter. Entlang des Peace Rivers stossen wir auf die nördlichsten Getreidefelder Kanadas. Im gesamten Valley ist es bereits richtig herbstlich. Die Blätter der Birken sind bereits gelb verfärbt.
In Hudson‘ Hope bemerken wir
zufälligerweise, dass wir skypen können. So telefonieren wir mit Babs, die
gerade Geburtstag hatte und auch mit unseren Eltern. Nach dieser Session ist
unsere Stimmung auf dem Nullpunkt. Wir vermissen unsere Familien und Freunde. Wir
fahren somit nur kurz an den Moberly Lake und geniessen einen gemütlichen Nami
und Abend (natürlich ist mal wieder Brot backen angesagt, Tom meint, das Brot
ginge zuhause wohl nicht so schnell weg), obwohl uns der Ranger speziell auf
den Bären aufmerksam macht, der in der Nähe sein Unwesen treibt. Wir sprechen
erneut kurz über unsere Route, wollen im Okanagen Valley (Niteli, sicher in der
Fintry Bay, Mücken sind ja wohl nun weg) unsere Route für die USA planen.
Abonnieren
Posts (Atom)